Hamburger Fortbildungsreihe Psychotherapie

Veranstaltet vom Michael-Balint-Institut für Psychoanalyse, Psychotherapie und analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (MBI) und dem Adolf-Ernst-Meyer-Institut

Fortbildungsreihe AEMI

Seit dem Jahr 1986 lädt die „Hamburger Fortbildungsreihe Psychotherapie“ Psychotherapeut*innen, Psychoanalyti­ker*innen, Ärzt*innen und Geisteswissenschaftl er*innen zu regelmäßigen Vorträgen mit Diskussion ein.
Die Vorträge vermitteln den „state of the art“ in der psychoanalytisch begründeten Psychotherapie und Psychoanalyse. Tradiertes Wissen und vor allem neu entwickelte Einsichten und theoretische Konzeptuali­sierungen werden mit den Erfordernissen und Heraus­forderungen sowohl der täglichen Arbeit in Klinik und Praxis, der Fortentwicklung der Medizin und mit allgemeinen gesellschaftlichen Veränderungen in Beziehung gesetzt.
Die Vorträge finden Mittwochsabend im Semester statt.

 

Mittwoch, der 27. Januar 2027, 20:30 Uhr

Prof. Dr. phil. Marianne Leuzinger-Bohleber
Krisen und Caring Culture.
Zur traurigen Aktualität des Medea Mythos

Die schamlose Verachtung gegenüber den Schwachen, Hilflosen, Migranten und Flüchtlingen in aktuellen globalen Krisen greift kontinuierlich eines unserer basalen Motivationssysteme an, das caring system. Wie diskutiert und anhand eines Fallbeispiels illustriert wird, sichert das caring system unser Überleben als Spezies. Daher eignet es sich einerseits dazu, Brücken zwischen polarisierten Gruppen zu schlagen. Andererseits erinnert der Medea Mythos daran, dass die Projektion der Zerstörung der Transgenerativität – symbolisiert durch den Kindermord – auf traumatisierte Flüchtlinge und Migranten (wie Medea) so alt ist wie die westliche Zivilisation selbst.

 

Mittwoch, der 24. Februar 2027, 20:30 Uhr

Dipl.-Psych. Wolfgang Hering
Krisenintervention bei psychotischen Patient:innen in der ambulanten psychotherapeutischen Praxis

In einer Einführung zu psychischen, insbesondere psychotischen Krisen wird die »Zweiseitigkeit« der Krisen als Gefahr und als Chance für eine psychoanalytisch modifizierte Behandlung psychotisch erkrankter Menschen gezeigt. Dazu wird eine Skizze zur Psychogenese und -dynamik der Krankheit herangezogen. Ausführlicher werden Behandlungstechniken für den Umgang mit psychotisch kranken Menschen dargestellt. Anhand zweier Vignetten soll die Arbeit mit Betroffenen in deren akuten Krisen während der Therapiesitzung veranschaulicht werden.

In einer Schlussbetrachtung werden Unterschiede aus beiden Therapien hervorgehoben.


Vorträge für die interessierte Öffentlichkeit, 20:30 - 22:00 Uhr im Emma Schindler Hörsaal (Augenklinik), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, W 40, Martinistr. 52, 20246 Hamburg.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.