Hamburger Fortbildungsreihe Psychotherapie

Veranstaltet vom Michael-Balint-Institut für Psychoanalyse, Psychotherapie und analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (MBI) und dem Adolf-Ernst-Meyer-Institut

Fortbildungsreihe_19

Seit dem Jahr 1986 lädt die „Hamburger Fortbildungsreihe Psychotherapie“ Psychotherapeut*innen, Psychoanalyti­ker*innen, Ärzt*innen und Geisteswissenschaftl er*innen zu regelmäßigen Vorträgen mit Diskussion ein.
Die Vorträge vermitteln den „state of the art“ in der psychoanalytisch begründeten Psychotherapie und Psychoanalyse. Tradiertes Wissen und vor allem neu entwickelte Einsichten und theoretische Konzeptuali­sierungen werden mit den Erfordernissen und Heraus­forderungen sowohl der täglichen Arbeit in Klinik und Praxis, der Fortentwicklung der Medizin und mit allgemeinen gesellschaftlichen Veränderungen in Beziehung gesetzt.
Die Vorträge finden Mittwochsabend im Semester statt.

 

Mittwoch, der 13. Dezember 2023  Krankheitsbedingt verlegt auf 06.03.2024!

Dr. pth. Gisela Hajek, Wien
Prokreativität und weibliche Potenz. Schwangerschaft in Praxis und Theorie

Die Schwangerschaft einer Therapeutin ist ein hoch– wirksames Ereignis in Therapien, egal ob in privaten Praxen oder in Institutionen. Besonders die erste Schwangerschaft einer Psychoanalytikerin stellt sie nicht nur in sich selbst, sondern auch an ihrem Arbeitsplatz in eine neue Situation. Die Auseinandersetzung bzw. Enttabuisierung von weiblicher Potenz und Prokreativität im Allgemeinen ist damit ein wichtiges Feld des Durcharbeitens wie auch der Identifikation für Menschen egal welchen Geschlechtes: bisher haben alle Menschen eine (biologische) Mutter und waren einmal sie. Konkrete Fähigkeiten wie auch eine vollständigere Symbolisierung von weiblichen Körpern und weiblichen Zyklen stellen somit einen wichtigen Baustein im Verständnis von psychodynamischen Ereignissen in und zwischen Menschen dar.

 

Mittwoch, der 24. Januar 2024

Prof. Dr. phil. habil. Ada Borkenhagen, Magdeburg
Weibliche genitale Schönheitschirurgie als Normalisierungspraktik

Anfang des neuen Jahrtausends entdeckten die Medien ein »neues« Feld der kosmetischen Chirurgie: die »Designervagina«. Nach einem kurzen Einblick in die Geschichte der weiblichen Genitalchirurgie westlicher Kulturen werden Informationen zur Häufigkeit, zum Forschungsstand, den Einstellungen und Motiven der Patientinnen dieser neuesten Spielart genitalchirurgischer Praktiken gegeben und anhand eines Fallbeispiels illustriert. Mittels Medienanalyse erfolgt eine Einordnung kosmetischer Genitalchirurgie als Normalisierungstendenz und Ausdruck des »neuen« Sozialcharakters des »optimierten (Körper-) Selbst«.

 

Mittwoch, der 21. Februar 2024

Dr. rer. nat. Annekathrin Bergner, Berlin
Psychotherapie der postpartalen Depression

Die Geburt eines Kindes ist für die meisten Mütter und Paare ein bedeutsames, glückliches Ereignis. Sie sehen ihrer Elternschaft mit großen Erwartungen entgegen. Für die betroffenen Mütter und Paare ist es deshalb oft sehr belastend, wenn sich nach der Entbindung mehr oder weniger tiefgreifende psychische Probleme bei der Mutter entwickeln. Von einer psychischen Erkrankung der Mutter in der Postpartalzeit ist immer auch das Kind bzw. die Mutter-Kind-Interaktion betroffen. Der Vortrag umreißt das Erscheinungsbild psychischer Erkrankungen im Wochenbett und deren Folgen für Mutter und Kind ebenso wie notwendige Modifikationen von Psychotherapie in Schwangerschaft und Postpartalzeit und die Psychopharmakotherapie in der Stillzeit.


Vorträge für die interessierte Öffentlichkeit, 20:30 - 22:00 Uhr im Hörsaal der Augenheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, W 40, Martinistr. 52, 20246 Hamburg.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.