Hamburger Fortbildungsreihe Psychotherapie

Veranstaltet vom Michael-Balint-Institut für Psychoanalyse, Psychotherapie und analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (MBI) und dem Adolf-Ernst-Meyer-Institut

Fortbildungsreihe AEMI

Seit dem Jahr 1986 lädt die „Hamburger Fortbildungsreihe Psychotherapie“ Psychotherapeut*innen, Psychoanalyti­ker*innen, Ärzt*innen und Geisteswissenschaftl er*innen zu regelmäßigen Vorträgen mit Diskussion ein.
Die Vorträge vermitteln den „state of the art“ in der psychoanalytisch begründeten Psychotherapie und Psychoanalyse. Tradiertes Wissen und vor allem neu entwickelte Einsichten und theoretische Konzeptuali­sierungen werden mit den Erfordernissen und Heraus­forderungen sowohl der täglichen Arbeit in Klinik und Praxis, der Fortentwicklung der Medizin und mit allgemeinen gesellschaftlichen Veränderungen in Beziehung gesetzt.
Die Vorträge finden Mittwochsabend im Semester statt.

 

Mittwoch, der 18. Juni 2025, 20:30 Uhr

Prof. Dr. phil. Günter Reich, Göttingen
»Unbefriedigtes Suchen« – Psychodynamische Psychotherapie der Bulimia nervosa

Essstörungen sind oft schwere psychosomatische Erkrankungen mit chronifizierender Eigendynamik, oft gravierenden körperlichen, psychischen, interpersonalen und sozialen Folgen und hoher Ambivalenz gegenüber Psychotherapie sowie i. d. R. langer Behandlungsdauer und häufigen Abbrüchen. Mögliche Entstehungsbedingungen und Folgen werden skizziert. Der Schwerpunkt des Vortrags ist ein empirisch geprüftes störungsorientiertes psychodynamisches Behandlungsmodell der Bulimie, das die Arbeit an der Symptomatik der Essstörung mit der am Konflikt und Abwehr sowie strukturellen und interpersonellen Problemen verbindet und die durch die Modifikationen bedingten Veränderungen der Übertragungs- und Gegenübertragungsdynamik berücksichtigt.

 

Mittwoch, der 25. Juni 2025, 20:30 Uhr

M. Sc. Psych. Tabea A. Tillinger, Berlin
Magersucht: Ringen um Wachstum in Abgrundnähe

Anorektisches Verhalten kann die Betroffenen bis in den Tod führen. Für die psychotherapeutische Praxis ist es daher bedeutsam, das komplexe Bedingungsgefüge der Störung zu berücksichtigen. Neben den medizinischen Besonderheiten und Folgeerscheinungen, sind dabei auch kulturelle und gesellschaftliche Wirkfaktoren sowie spezifische Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene relevant. Der Vortrag soll einen psychodynamischen Zugang zur Entstehung und Behandlung der Anorexia nervosa bei Frauen ermöglichen. Es werden psychoanalytische Konzepte sowie Überlegungen zu behandlungstechnischen Schwierigkeiten und Möglichkeiten dargestellt und diese praxisnah veranschaulicht.


Vorträge für die interessierte Öffentlichkeit, 20:30 - 22:00 Uhr im Hörsaal der Augenheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, W 40, Martinistr. 52, 20246 Hamburg.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.