Hamburger Fortbildungsreihe Psychotherapie

Veranstaltet vom Michael-Balint-Institut für Psychoanalyse, Psychotherapie und analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (MBI) und dem Adolf-Ernst-Meyer-Institut

Fortbildungsreihe AEMI

Seit dem Jahr 1986 lädt die „Hamburger Fortbildungsreihe Psychotherapie“ Psychotherapeut*innen, Psychoanalyti­ker*innen, Ärzt*innen und Geisteswissenschaftl er*innen zu regelmäßigen Vorträgen mit Diskussion ein.
Die Vorträge vermitteln den „state of the art“ in der psychoanalytisch begründeten Psychotherapie und Psychoanalyse. Tradiertes Wissen und vor allem neu entwickelte Einsichten und theoretische Konzeptuali­sierungen werden mit den Erfordernissen und Heraus­forderungen sowohl der täglichen Arbeit in Klinik und Praxis, der Fortentwicklung der Medizin und mit allgemeinen gesellschaftlichen Veränderungen in Beziehung gesetzt.
Die Vorträge finden Mittwochsabend im Semester statt.

 

Mittwoch, der 22. April 2026, 20:30 Uhr

Dr. phil. Johanna L. Degen, Flensburg
»Online-Dating-Kultur als parasoziale Annäherung: Forschungs- und praxisorientierte Perspektiven«

Dating-Apps haben sich zum prominentesten Ort der Kontaktaufnahme entwickelt. Durch diese Praxis verändern sich Dating-Prinzipien, die Kultur des Kennenlernens und soziale Umgangsformen. Neben vielen Chancen bietet Online-Dating auch Risiken innerhalb der Apps und darüber hinaus. Heute befinden wir uns bereits im Zeitalter der Dating-Erschöpfung. Dabei spielen im Subjekt implizite Annahmen, Attributionen, Interpretationen sowie sozialdynamische Projektionen zwischen Subjekten und Gruppen eine maßgebliche Rolle, die sich unter anderem in Geschlechterverhältnissen niederschlagen. Der Vortrag stellt die aktuellen Erkenntnisse aus der Forschung vor und diskutiert deren Bedeutung für Subjekt, Kultur, Therapie und Klinik.

Mittwoch, der 3. Juni 2026, 20:30 Uhr

Prof. Dr. Christiane Eichenberg, Wien
»Digitale Medien in der Psychotherapie: Wirksamkeit, Wirkfaktoren und Einfluss von Videotherapie und generativen KI-Chatbots auf die therapeutische Beziehung«

Digitale Technologien verändern die psychotherapeutische Versorgung und werfen Fragen nach ihrer Vereinbarkeit mit den theoretischen Grundlagen verschiedener Schulen auf. Der Vortrag fasst den aktuellen Forschungsstand zur Wirksamkeit und zu den Wirkfaktoren digital gestützter Psychotherapie zusammen, insbesondere hinsichtlich Videotherapie und generativer KI-Chatbots. Untersucht wird, inwieweit Chatbots zentrale Elemente psychoanalytischer Arbeit aufgreifen oder nachbilden können und welche Rolle sie als digitales Drittes in der therapeutischen Dyade spielen sowie welche Chancen und Grenzen sich daraus für die therapeutische Beziehung ergeben. Zudem werden klinisch relevante Phänomene wie Parallelbeziehungen oder Abhängigkeitstendenzen und deren Einfluss auf die Beziehungsgestaltung analysiert.


Vorträge für die interessierte Öffentlichkeit, 20:30 - 22:00 Uhr im Hörsaal der Augenheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, W 40, Martinistr. 52, 20246 Hamburg.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.